Ein Scan ist für Übersetzungstools nur ein Foto. Damit daraus ein übersetztes Dokument wird, braucht es drei Schritte — Texterkennung, Übersetzung und den Wiederaufbau der Seite.
Sie laden ein eingescanntes Dokument in einen Übersetzer und bekommen zurück: eine leere Seite, eine Fehlermeldung oder einen Textbrei ohne jede Struktur. Das liegt nicht an Ihnen. Ein gescanntes PDF enthält keinen Text, den ein Übersetzer lesen könnte — jede Seite ist ein Bild, ein Foto von Papier. Genau daran scheitern Google Übersetzer und die meisten PDF-Tools.
Dieser Ratgeber erklärt, woran Sie einen Scan erkennen, welche Wege zur Übersetzung wirklich funktionieren und wie am Ende ein Dokument herauskommt, das aussieht wie das Original — nur eben auf Deutsch oder Englisch.
Öffnen Sie das PDF und versuchen Sie, einen Satz mit der Maus zu markieren. Lässt sich der Text auswählen und kopieren, ist es ein digitales PDF — dann funktionieren auch normale Übersetzer. Lässt sich nichts markieren (oder nur die ganze Seite als Bild), haben Sie einen Scan. Dasselbe gilt für abfotografierte Dokumente und viele per E-Mail weitergereichte Kopien.
Damit aus einem Scan ein übersetztes Dokument wird, sind drei Schritte nötig. Erstens OCR: die Texterkennung liest, was auf dem Seitenbild steht — samt Position jeder Textzeile. Zweitens die Übersetzung. Drittens, und das ist der Schritt, den fast alle Tools auslassen: der Originaltext muss aus dem Seitenbild entfernt und die Übersetzung an derselben Stelle neu gesetzt werden. Nur so bleiben Tabellen, Spalten, Stempel und Unterschriftszeilen dort, wo sie hingehören.
Reglyph führt alle drei Schritte automatisch aus. Sie laden das gescannte PDF hoch (auch einen Scan aus der Scanner-App Ihres Handys), das Tool erkennt und übersetzt den Text und baut jede Seite originalgetreu wieder auf. Deutsche Umlaute und das ß werden korrekt erkannt — wichtig bei Namen und Adressen in Urkunden. Zum Prüfen gibt es eine zweispaltige Ansicht mit Original und Übersetzung nebeneinander. Täglich sind 5 Seiten kostenlos – Sie melden sich mit Ihrem Google-Konto an, eine Kreditkarte ist nicht nötig; Bezahlpläne beginnen bei 3 $. Probieren Sie es mit Ihrem eigenen Scan aus.
„Layout beibehalten“ klingt nach einer Kleinigkeit, entscheidet aber darüber, ob das übersetzte Dokument brauchbar ist. Ein gescanntes Dokument besteht selten aus Fließtext: Es sind Kontoauszüge mit Spalten, Anträge mit Kästchen, Zeugnisse mit Notentabellen, Verträge mit nummerierten Klauseln. Wer die Übersetzung als losen Text bekommt, muss anschließend alles von Hand wieder zuordnen. Diese Elemente müssen an Ort und Stelle bleiben:
Eine Hürde kommt bei Deutsch noch dazu: Deutscher Text ist im Schnitt rund ein Viertel länger als englischer. Wird ein englisches Formular auf Deutsch übersetzt, passt die Übersetzung nicht mehr in das ursprüngliche Feld; in die Gegenrichtung bleibt Platz übrig. Reglyph passt Schriftgröße und Zeilenumbruch pro Textblock an, damit der übersetzte Text in genau den Bereich passt, aus dem der Originaltext entfernt wurde — die Seite bleibt in ihrem Aufbau identisch, nur die Sprache wechselt.
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt eine gescannte Teilnahmebescheinigung über einen Erste-Hilfe-Kurs, wie sie für den Führerschein verlangt wird – mit Kursübersicht, handschriftlicher Unterschrift und rundem Stempel. Google Übersetzer nimmt solche Scans gar nicht erst an (warum, steht hier). So sieht die Seite mit Reglyph aus (Deutsch → Englisch):
Unterschrift, runder Stempel und MUSTER-Stempel sind unverändert, die Kurstabelle ist vollständig übersetzt. Nicht perfekt: Der Name ist nicht mehr zentriert und fett, die Beschriftung unter der Unterschrift hat die blaue Farbe des Stempels übernommen, und das Datum wurde ins amerikanische Format umgestellt (09/26/2026). Solche Stellen sollten Sie vor der Weitergabe kurz prüfen.
Geburts- und Heiratsurkunden, Zeugnisse und Diplome für Anerkennungsverfahren, Arbeitsverträge, Bescheide und Behördenschreiben, Rechnungen und Bedienungsanleitungen — fast immer liegen sie nur als Scan oder Kopie vor, und fast immer kommt es auf Stempel, Felder und Tabellen an.
Für die Vorlage bei Behörden, Gerichten oder Botschaften verlangen deutsche Stellen in der Regel eine beglaubigte Übersetzung durch einen vereidigten Übersetzer — das kann keine Maschine ersetzen. Die maschinelle, layout-treue Übersetzung ist trotzdem nützlich: um den Inhalt zu verstehen, bevor Sie jemanden beauftragen, um die beglaubigte Übersetzung später gegenzulesen, oder für alle Fälle, in denen keine Beglaubigung nötig ist. Mehr zu den einzelnen Sprachrichtungen: Unterlagen von Deutsch auf Englisch übersetzen und englische PDFs ins Deutsche übersetzen.
Ja — mit einem Tool, das OCR eingebaut hat. Reglyph übersetzt täglich 5 Seiten kostenlos (Anmeldung mit Google-Konto, ohne Kreditkarte), inklusive gescannter PDFs (auch aus der Scanner-App des Handys), und erhält dabei das Layout. Google Übersetzer kann Scans nicht verarbeiten; DeepL kann es, mit kostenlosem Konto laut DeepL aber nur eine Datei pro Monat.
Ja. Reglyph entfernt nur den erkannten Text aus dem Seitenbild und setzt die Übersetzung an dieselbe Stelle — Stempel, Unterschriften, Logos, Tabellenlinien und Zahlen bleiben unverändert an ihrem Platz. Text innerhalb eines Stempels wird nicht übersetzt; Beschriftungen, die ein Stempel teilweise überdeckt, können kleine Darstellungsfehler zeigen.
Ja, wenn daraus ein PDF wird: Scannen Sie die Seite mit einer Scanner-App (z. B. iPhone-Notizen oder Google Drive) oder speichern Sie das Foto als PDF. Ein scharfes, möglichst gerades Foto bei gutem Licht genügt. Am zuverlässigsten sind gedruckte Dokumente; viel Handschrift kann die Erkennung erschweren.
Ja, wenn das Tool den Originaltext aus dem Seitenbild entfernt und die Übersetzung an derselben Stelle neu setzt, statt nur Text auszugeben. Reglyph arbeitet so: Tabellen, Formularfelder, Stempel und mehrspaltiger Satz bleiben, wo sie sind — bei Scans genauso wie bei digitalen PDFs. Das Ergebnis ist ein PDF mit demselben Seitenaufbau in der Zielsprache.
Gedruckter Text wird zuverlässig erkannt. Handschriftliche Einträge – etwa ausgefüllte Formularfelder – sind weniger zuverlässig; bei Dokumenten mit viel Handschrift sollten Sie das Ergebnis besonders genau prüfen. Unterschriften bleiben als Bild erhalten.
Bei Reglyph bis zu 50 Seiten pro Datei. Längere Dokumente teilen Sie auf und laden sie in mehreren Teilen hoch. Google Übersetzer nimmt bis zu 10 MB und 300 Seiten an, aber keine Scans.
Nein — für amtliche Zwecke verlangen Behörden meist eine beglaubigte Übersetzung durch vereidigte Übersetzer. Die maschinelle Fassung hilft Ihnen, den Inhalt vorab zu verstehen und die beglaubigte Übersetzung später gegenzulesen.
PDF mit Google Übersetzer übersetzen: Anleitung, offizielle Grenzen (10 MB, 300 Seiten), die Meldung „Gescannte PDFs können nicht übersetzt werden“ und was auf dem Handy geht.
Google Übersetzer, DeepL, ChatGPT und Dokument-Tools im ehrlichen Vergleich: Welche Limits die kostenlosen PDF-Übersetzer haben, wie gut das Ergebnis ist und was bei gescannten PDFs übrig bleibt.
Täglich 5 Seiten kostenlos, ohne Kreditkarte. Bezahlpläne ab 3 $.